Erfolg 2008
 

Aachener Zeitung vom 31.01.2008


Lokales Dueren

Gelbseitensittich schießt Vogel ab
von Norbert Holthoff
Rolf Ruhwiedel gewinnt mit zwei "Geschwistern" Weltmeistertitel in Hasselt.
Die Kanarienzüchter Brehmen und Müller schlagen sich sehr achtbar.
Rolf Ruhwiedel gewinnt mit zwei "Geschwistern" Weltmeistertitel in Hasselt. Die Kanarienzüchter Brehmen und
Müller schlagen sich sehr achtbar.
Düren/Schlich/Merzenich. Ein Titel, zwei Medaillen und vier Teilnehmer aus acht Vereinen: überaus erfolgreich
endete der erste "Ausflug" von Vogelzüchtern aus dem Kreisgebiet zu einer Weltmeisterschaft der Sing- und
Ziervögel. WM-Gold und -Bronze brachte Rolf Ruhwiedel aus dem belgischen Hasselt mit. Der Gelbseitensittich
(Rasse Großsittiche) des Krauthauseners war mit 94 Punkten nicht zu schlagen; außerdem sicherte sich
Ruhwiedel gegen die sehr starke Konkurrenz vor allem aus Frankreich in dieser Klasse auch noch Bronze.
War sein Weltmeister auf der vergangenen Kreisschau bereits bester Jungvogel und bei der Landesausstellung
Gruppensieger, so hätte Rolf Ruhwiedel "nie gedacht, dass ich in Hasselt gewinnen könnte."
Vier Großsittiche hatte der Züchter für diese WM gesetzt: "Geschwister." Und weil bei den Sittichen nicht nur
Jungvögel am Start sein dürfen wie bei den Kanarien, könnte es sein, dass Ruhwiedel seine Gelbseitensittich-
Familie nächstes Jahr bei der WM im italienischen Vicenza noch einmal mitnimmt. Wenn sie bis dahin fit bleibt
und sich keiner einen Zacken - Pardon Feder - aus der Krone bricht. "Wer dann an den Start geht, entscheidet die
Tagesform."
Südamerikaner
Rolf Ruhwiedels Medaillengewinner sind Südamerikaner; daneben hat er auch noch Australier. Seit 1971
beschäftigt sich der Krauthausener Züchter mit den gefiederten Zweibeinern - mit einer kurzen Unterbrechung.
Der Vater hatten ihn damals "angesteckt". Der hatte hauptsächlich Tauben, aber auch einige Ziervögel. Die
übernahm Rolf. "Von Anfang an hatte ich Spaß an Sittichen, weil man bei den Kanarien nur Jungvögel bei einer
Schau setzen darf. Das finde ich nicht so gut."
Ein wenig enttäuscht kamen Thomas und Tim Müller nach Schlich zurück, schrammten ihre Positurkanarien der
Rassen "Deutsche Haube" und "Rheinländer" mit jeweils 90 Punkten gerade mal um zwei Zähler am "Treppchen"
vorbei. "Man muss schon super-gute Tiere hinstellen, um da gewinnen zu können. Die Qualität war spitze. Ich
habe keine Vögel mit schlechten Merkmalen gesehen", erzählt Thomas Müller fasziniert. Jetzt heißt es für Vater
und den zehnjährigen Sohn: neue Zucht für die nächsten Wettbewerbe auf Orts- und Kreisebene. Klar ist jetzt
schon: Das Duo will bei der WM in Italien einen neuen Anlauf nehmen.
Ebenfalls stark im Wettstreit der 18 000 Sing- und Ziervögel von Züchtern aus 20 Ländern der Welt der aus
Merzenich stammende Farbenkanarienzüchter Heinz Brehmen. Mit jeweils 89 Punkten bei den Klassen "gelb
intensiv" und "gelb schimmel" musste er sich hauptsächlich den stark vertretenen belgischen Züchtern
geschlagen geben. Auch er peilt seine zweite WM-Teilnahme in 2009 an.
Begeistert war das Züchter-Quartett von den WM-Bedingungen in Hasselt: "Die riesige Halle, die weit größer war
als ein Fußballfeld, war picobello sauber, die Tiere bestens versorgt."
Einziger Wermutstropfen: Die Veranstalter waren ganz offensichtlich nicht auf den großen Besucherandrang
eingestellt. Ruhwiedel: "An den Essens- und Getränkeständen waren überall dauernd große Schlangen."
Daheim quält dieses Quartett und seine rund 100 Züchterkollegen im Kreisgebiet die Nachwuchssorge. "Aus
unserer tollen Zuchtware bekäme jedes Kind einen Vogel geschenkt", verspricht Thomas Müller. Sehr viele
Kinder, hat (nicht nur) der Schlicher beobachtet, haben Riesenspaß an Sing- und Ziervögeln, aber: "Die meisten
Eltern ziehen nicht mit." Gründe könnten sein: tägliche Pflege der Tiere, Urlaubsprobleme, Platz- und
Kostenfragen.

small product photo
 
 nächste Seite